Das Konzept des Waldkindergarten Lippe e.V.

Das Konzept des Waldkindergarten Lippe e.V.

Der Waldkindergarten bietet neuen Raum zum Kindsein

Viele Kinder wachsen heute in einer Umgebung auf, die ihnen wenig Möglichkeiten bietet, sich selbst zu spüren und zu erleben, wie beim Klettern auf Bäume, beim Bauen von Höhlen und Buden, beim Spielen und Toben mit anderen Kindern, beim Rennen und Laufen bis zur Erschöpfung u.v.m. Das Leben in unseren Städten hat sich verändert. Der Straßenverkehr, die immer stärker voranschreitende Flächenversiegelung und die Freiflächen verschlingende Bebauung schränkt die Bewegungsfreiheit für die Kinder enorm ein. Viele Eltern lassen ihre Kinder auf Grund von Gefahren ungern alleine nach draußen. Unseren Kindern bleibt ein geräumiges Kinderzimmer mit viel Spielzeug. Häufig verbringen Kinder heute schon im Kleinkindalter ihre Zeit vor dem Fernsehgerät, dem Gameboy und Computer. Spielplätze sind in der Regel mit fest installierten Spielgeräten versehen. Auch hier sind immer Handlungen bereits vorgegeben. Kreativität und freies, fantasievolles Spiel bleiben dabei oft auf der Strecke. Diese Entwicklung ist in zunehmendem Maße auch bei uns im ländlichen Raum zu beobachten. Wir wollen mit dem WALDKINDERGARTEN wieder neuen Raum zum Kindsein schaffen. Die Kinder können ihren Bewegungs- und Spieldrang ausleben und, ohne den Überfluss an vorgefertigten Spielsachen, ihre Phantasie und Kreativität entfalten. Im Wald sind die Möglichkeiten des Auslebens nahezu unbeschränkt. Der Wald bietet den Kindern Raum für Abenteuer. Kinder können sich hier gesund und kindgerecht entwickeln. So hilft der Waldkindergarten, Zivilisationsschäden zu vermeiden, was eine zunehmend wichtige Herausforderung an die Pädagogik in unserer Gesellschaft ist.

Ganzheitliche Erziehung

Ganzheitliches Erziehen heißt, die Umwelt und ihre Abläufe hautnah mit allen Sinnen erleben, im Gegensatz zu „Projektionen aus zweiter Hand“ wie elektronische Medien. Dazu bietet der Wald umfangreiche Gelegenheiten, wie wir im folgenden Abschnitt eingehend erläutern werden. Beim Besuch der Bäckerei, der Bibliothek, im Theater oder einer Werkstatt u.a.m. erleben die Kinder nicht nur am Zielort hautnah die jeweiligen Gegebenheiten, sondern üben ganz nebenbei auch das Verhalten im Straßenverkehr oder die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zudem wird den Kindern im WALDKINDERGARTEN ein Basiswissen über die Gesetzmäßigkeiten der Natur vermittelt. Dies alles sind Erfahrungswerte, die den Kindern ermöglichen, Schritt für Schritt ihre Umwelt begreifen zu können und ein Gespür für ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken zu entwickeln.

Die Vorzüge des Waldkindergartens

1. Gesundheitliche Aspekte

Der Wald bietet als besondere Erfahrung die Stille, d.h. das weitgehende Fehlen von Stress verursachendem Lärm. Das Minimieren von künstlichen Reizen fördert die innere Ruhe und stärkt die Konzentrationsfähigkeit. Die Entwicklung des Gehirns erfolgt im Wesentlichen über Bewegungs- und Sinneserfahrung! Der natürliche Bewegungsdrang der Kinder kann im Wald ausgelebt werden. Durch Laufen, Klettern und Balancieren wird u.a. Haltungsschäden, Übergewicht sowie motorischen Störungen vorgebeugt. Durch die frische Luft und wechselnde Witterungsbedingungen wird das Immunsystem gestärkt und Allergien vorgebeugt. Die Kinder sind abgehärtet und werden nicht so häufig krank. Durch die Bewegung an der frischen Luft bekommen die Kinder einen gesunden Appetit. Auf ein nahrhaftes Frühstück wird besonderer Wert gelegt.

2. Förderung der Grob- und Feinmotorik

Der dauernde Wechsel von Toben, Laufen, Klettern, Rutschen usw. fördert Ausdauer, Geschick, Kraft und Schnelligkeit. Der Gleichgewichtssinn wird durch die Unregelmäßigkeit des Waldbodens enorm trainiert. Wurzeln, Baumstämme, Hänge und kleinere Bäume bieten zudem vielseitige Bewegungsmöglichkeiten für alle Muskeln und Gelenke. Durch das Basteln und Malen mit Naturmaterialien wie Ästen, Tannenzapfen, Steinen, Federn, den Umgang mit Werkzeug und mit zarten Pflanzen oder Käfern wird die Feinmotorik gefördert.

3. Sozialverhalten

Der respektvolle Umgang mit Tier und Natur, den die Kinder im Wald lernen, ist ein wesentliches Element für den Aufbau achtsamer zwischenmenschlicher Beziehungen. Der Spielraum Natur regt besonders zum Rollenspiel an. Dabei lernen die Kinder, selbst Spielregeln zu entwerfen und untereinander abzustimmen. Aggressionen können im Wald schneller als in geschlossenen Räumen abreagiert werden und treten allgemein weniger auf, da durch die nicht vorhandene räumliche Begrenzung sozialer Stress weniger auftritt. Es gibt wenige aber wichtige Regeln und Grenzen, die leicht einzuhalten sind, weil sie den Kindern einleuchten, z. B. in Sichtweite bleiben, keine Pflanzen zerstören oder essen, respektvollen Abstand zu Tieren halten u.s.w. Die Kinder erleben wechselseitige Abhängigkeit von einander und lernen, sich zu einigen und aufeinander zu achten. Die größeren Kinder erhalten immer wieder die Gelegenheit, die kleineren Kinder, beim Überqueren von Hindernissen, beim Öffnen von Flaschen und Butterbrotdosen , dem Anziehen u.v.a.m., zu unterstützen. Viele soziale Kontakte mit anderen Waldnutzern, wie Joggern, Hunde- und Pferdebesitzern, Wandergruppen, Radfahrern, und Spaziergängern finden täglich statt.

4. Förderung der Handlungsfähigkeit

Durch den Umgang mit Naturmaterialien lernen die Kinder geschickter zu hantieren als mit vorgefertigtem Spielzeug, wie z.B. Baustecksystemen, bei denen man immer die gleichen Handgriffe ausführt, um Teile zusammen zu fügen. Zudem lernen die Kinder auf natürliche Weise, die Statik zu berücksichtigen, was z.B. bei Systemen wie Lego nicht der Fall ist. Das Umherlaufen im großen Raum mit Hindernissen, das Hantieren und Bauen in der Natur fördert die Entwicklung von kindlicher Handlungs- und Planungsfähigkeit sowie der räumlichen Orientierung, die eine unbedingte Voraussetzung für das Rechnen ist.

5. Sprachentwicklung

Zur Förderung der Sprachentwicklung werden Geschichten erzählt, Lieder gesungen, Kinderbücher vorgelesen sowie Reime und Fingerspiele erlernt. Ein spezielles Spiel zur Sprachförderung unterstützt spielerisch die phonologische Bewusstheit der 4-6 Jährigen. Je weniger vorgefertigte Spielsachen vorhanden sind, desto mehr müssen die Kinder miteinander kommunizieren, um Spiele zu entwickeln und sich zu einigen. Oft werden Rollenspiele gespielt, wobei das Sprechen wichtigstes Spielelement ist. Die Sprach-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, die hierbei gefördert wird, sind wichtige Fähigkeiten für das Leben in der Gruppe und in der Gesellschaft.

6. Schulung der Sinne

Es entspricht den kindlichen Bedürfnissen, mit allen Sinnen erleben zu können. Was der Mensch mit seinen Sinnen erfahren hat, prägt sich ein, wird nicht vergessen und damit zu einem Baustein seines Wissens. Der Gleichgewichtssinn wird durch Balancieren, Klettern und die unebene Beschaffenheit des Waldes gefördert. Das Gehör schult sich durch die Stille im Wechsel zu verschiedenen Geräuschen, wie Vogelgezwitscher, Blätterrauschen, Regen etc. Es gibt im Wald viele Gerüche: nach Pilzen, Harz, vermodertem Holz, Feuchtigkeit, Früchten u.s.w. Die Kinder dürfen sich im Wald nicht völlig frei bewegen (um die Natur nicht zu zerstören), sondern nur in ausgewählten Bereichen und auf den Wegen. Der Orientierungssinn wird dadurch geschult, dass die Kinder sich die zurückgelegten Wege anhand von Naturmerkmalen wie Bäumen, Bachläufen u.s.w. merken und den Rückweg oder bekannte Spielorte selbstständig wiederfinden. Mit den angehenden Schulkindern wird diese Fähigkeit zusätzlich mit Hilfe von Orientierungs- und Suchspielen gefördert. Der Haut- und Tastsinn wird durch eine Vielzahl interessanter Reize angesprochen, z.B. schleimige Schnecke, harte, feste oder raue Rinde, Sand, Wasser, matschige Erde, weiches Moos, feste Blätter, junge weiche Blätter, leichte Federn und nicht zuletzt durch das ständig wechselnde Wetter.

7. Kreativität und Phantasie

Im Waldkindergarten gibt es keine vorgefertigten Spielsachen – der Wald selber bietet unerschöpfliche Möglichkeiten zum Rollenspiel, zum Entdecken, Forschen, Bauen und kreativen Gestalten. Das Bewältigen von großen und kleinen Aufgaben erhält die natürliche Begeisterung, hilft Selbstwertgefühl und emotionale Stabilität zu entwickeln und ist somit wichtige Voraussetzung, um später in der Gesellschaft kreativ und konstruktiv zu sein.

8. Umweltbewußtsein

Naturkenntnisse werden durch eigene Anschauung erworben. Kinder erleben unmittelbar das Eingebundensein in die Natur und in den Kreislauf der Jahreszeiten. Durch den selbstverständlichen Umgang mit natürlichen Dingen und Lebewesen (z.B. Erde, Lehm, Matsch und Schlamm, Schnecken, Spinnen und Würmern usw.) wird dem Aufbau von Ekel und Angstgefühlen entgegengewirkt. Gemäß dem Sprichwort „Ich schütze was ich schätze, und ich schätze was ich kenne“, lernen Kinder schon früh den achtsamen Umgang mit der Natur und den Tieren.

9. Innere Grenzen erkennen und ausdrücken- Selbsterfahrung

In der Stille und Weite des Waldes können Kinder ihre inneren Kräfte gut wahrnehmen und erproben. Dabei lässt die geringe räumliche Einschränkung auch innere Grenzen besser erleben und ausdrücken. Die Kinder werden ermutigt sich gegenseitig kundzutun, was sie möchten und was nicht und zu respektieren, wenn jemand „nein“ sagt. Das Spiel in freier Natur lässt die Kinder selbst ihre Grenzen und Entwicklungsschritte deutlicher erfahren.

Vorbereitung auf die Grundschule

Eine Studie aus Schweden, in der Kinder aus Waldkindergärten und Regelkindergärten ein Jahr lang verglichen wurden, zeigt signifikante Unterschiede. In allen verglichenen Fähigkeiten schnitten Waldkinder besser ab. Erhoben wurden: Krankheitstage, die Konzentrationsfähigkeit, Grob- und Feinmotorik und die Problemlösungskompetenz. Die Forschung in Entwicklungspsychologie und Pädagogik zeigt immer mehr, dass gerade die Kompetenzen über schulischen Erfolg entscheiden, die in Schuleignungstests nicht erhoben werden. Sie liegen im emotionalen, sozialen, motorischen und erst an letzter Stelle im kognitiven Bereich. Für die Entwicklung des kognitiven Bereichs sind aber die anderen Bereiche die Basis. Der Wald bietet den Kindern von Anfang an reichlich Gelegenheit diese Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Das allerwichtigste ist die Lebensfreude! Aus ihr erwächst die Freude am Lernen und Entdecken. Das Leben in der Natur ist ein Grundbedürfnis, das zur Freude am Dasein unbedingt beiträgt. Aus der Entwicklungspsychologie wissen wir heute, dass nachhaltiges Lernen am Besten im Zusammenspiel mit Begeisterung geschieht. Dazu ist es wichtig, jedes Kind individuell zu betrachten. Unsere Schulkinderaktionen bieten deshalb Herausforderungen, die auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt sind. Die Kinder erfüllen Aufgaben, in denen Naturkenntnisse gefördert und die Sinne geschärft werden. Besonderen Wert legen wir auf die Schulung des Orientierungssinnes. Die Feinmotorik wird z.B. durch das Erstellen eines Herbariums weiterentwickelt. Schwünge und Kreise malen die Kinder in Sand und Erde, aber auch mit verschiedenen Materialien auf Papier. Auch bieten sich verschiedenste Gelegenheiten zum Schneiden bzw. Schnitzen. Zahlen sind fester Bestandteil des täglichen Miteinanders. (Wie viele Kinder sind da, wie viele fehlen, mehr Jungen oder mehr Mädchen, wie viele Kühe stehen auf der Weide. Wir achten verstärkt darauf, dass die Kinder lernen, sich anderen mitzuteilen und wiederzugeben, was der Andere gesagt hat. Dabei geht es auch um die Kommunikation über Gefühle, Wünsche und Vorhaben. So werden neben der eigenen Ausdrucksweise auch das Zuhören und das Einfühlungsvermögen trainiert, was für das schulische Miteinander von entscheidender Bedeutung ist. Ausflüge in Bäckereien, die Bücherei, das Freilichtmuseum …. mit anschließender Erzählrunde, vertiefen das Verständnis für Zusammenhänge. Wir haben nach eingehender Beschäftigung mit dem Kinder-Bildungsgesetz festgestellt, dass wir allen geforderten Lerninhalten in vollem Umfang gerecht werden. Nur den Umgang mit neuen Medien können wir nicht vermitteln, glauben aber auch, dass das früh genug aufgeholt wird.

Weiterführende Literatur:

  • Gorges, Roland: „Vernachlässigt der Kindergarten die Schulfähigkeit?“
    in: KiTa aktuell 5/1999 Ausgabe Baden-Württemberg S. 113-117
  • Miklitz, Ingrid: „Der Waldkindergarten – Dimensionen eines pädagogischen Ansatzes“,
    Luchterhand Verlag, ISBN 3-472-03943-4
  • Zimmer, Renate: „Handbuch der Bewegungserziehung“
    Herder Verlag, ISBN 3-451-22940-4
  • Armin Krenz: „Ist mein Kind schulfähig?“
    Kösel, ISBN 978-3-466-30612-1

Waldkindergarten Lippe e. V. in Detmold

Am Kupferberg zwischen Hiddesen und Heidenoldendorf befindet sich unser Bauwagen auf einer Obstwiese der Bildungsstätte St. Bonifatius. Von dort aus erkunden wir das Waldgebiet „Donoper Teich“. Unser Waldkindergarten bietet in einer altersgemischten Gruppe Plätze für maximal siebzehn Kinder. Die Kinder werden von einer Sozialpädagogin und einer Erzieherin betreut. Beide absolvierten die Weiterbildung zur „Natur- und Wildnispädagogin“ , die ihnen tiefere Einblicke in den Lebensbereich Wald vermittelt hat.

Die pädagogische Grundhaltung

Unser Waldkindergarten bietet die Chance einer humanökologischen Entfaltung

Wir wollen:

  • gegenseitigen und liebevollen Respekt von Erwachsenen und Kindern vermitteln,
  • gegenseitige Achtung und Beachtung von Bedürfnissen und persönlichen Gegebenheiten entwickeln,
  • Kinder darin fördern, in der Gruppe individuelle Wünsche zum Konsens zu bringen,
  • die Ideen der Kinder aufnehmen und ihnen die Zeit und die Spielräume lassen, die sie brauchen, um echte Beziehungen zu sich selbst, zu anderen und zur Natur aufzubauen,
  • durch sinnvolle Regeln und Rituale den Kindern Sicherheit und Orientierung geben,
  • die Lebenssituation jedes Kindes berücksichtigen,
  • Lebensmut und Lebensfreude vermitteln,
  • die Kinder in ihrer Gesamtpersönlichkeit fördern und leiten,
  • die Kinder beim Aufbau eines positiven Selbstwertgefühls unterstützen,
  • den Kindern helfen, die Fähigkeiten zu erlernen und zu erweitern, die sie brauchen, um in unsere Welt hinein zu wachsen, damit sie selbständig und verantwortungsvoll darin leben.

Religionsauffassung

Der Waldkindergarten soll konfessionell ungebunden sein. Es soll eine Offenheit anderen Religionen aber auch atheistischen Weltanschauungen gegenüber herrschen. Alles kann kennengelernt und besprochen werden, wobei jedes Kind in seinem persönlichen bzw. familiär vermittelten Glauben respektiert wird. Die Feste unseres Kulturkreises wie Weihnachten und Ostern werden in unseren jahreszeitlichen Ablauf mit einbezogen. Versteht man Religion als „Rückanbindung an die Welt“, so ergeben sich religiöse Inhalte durch das Wahrnehmen der Natur und das damit verbundene Staunen über die Lebewesen, die Erde und den Himmel. Die Kinder können so eine liebende und achtungsvolle Beziehung zu ihrer Umwelt entwickeln und sich selbst als Teil des Ganzen erleben. Dieses Zugehörigkeitsgefühl ist, wie immer mehr Wissenschaftler feststellen, für die emotionale Entwicklung von entscheidender Bedeutung.

Wichtig zu Wissen:

Unsere Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag von 8:00 Uhr –13:00 Uhr
Bringzeit: ab 8:00 bis 9:00 Uhr
Abholzeit: ab 12:30 Uhr bis 13:00 Uhr

Freispielmöglichkeiten:

  • klettern, balancieren und hüpfen auf den vielen herumliegenden Baumstämmen, Stöcken, Baumstümpfen und Steinen…
  • gehen, laufen, rennen auf unebenen Böden, wo man Löcher, Baumwurzeln und abgefallene Äste berücksichtigen muss…
  • den Umgang mit Werkzeugen lernen wie z.B. Sägen und Bohren… mit Erde, Holz, Pflanzenteilen und Matsch spielen und gestalten…
  • viele verschiedene Rollenspiele, z.B. einen Baumstamm als Verkaufsladen verwenden und Naturmaterialien als Ware definieren…Rückkehr zum Bauwagen bis 12:00 Uhr, Spiele und Abschlußkreis
  • eine Kräuterapotheke, ein Krankenhaus, einen Bus, ein Motorrad, Piraten, verschiedene Tiere, die Schule u.v.m. entstehen lassen…
  • Thementage:
    • Wind
    • Wasser
    • Freundschaft, Familie, Mut
  • Projektwochen z.B.:
    • Bäume, Tierarten, Kräuter
    • Theater, Musikinstrumente
    • Jahreszeiten abhängige Aktionen
    • vom Korn zum Brot
    • vom Schaf zum Pullover

…und vieles mehr!

Medizinische Versorgung, Unfallgefahr

Eine Erste Hilfe Ausrüstung gehört zum Tagesgepäck der Erzieherinnen, ebenso Handys für Notfälle. Zu einer Ärztin in der Umgebung wird Kontakt gehalten, so dass eine Unterstützung in medizinischen Fragen gegeben ist(Elterninformationen usw.). Das aufgesuchte Gelände wird von den Mitarbeiterinnen jedes Mal aktuell auf neue Gefahrenquellen überprüft. Über gesundheitliche Risiken, die mit dem Aufenthalt in der Natur verbunden sein können, wird auf einem Informationselternabend aufgeklärt (z.B. zum Thema Zecken, Fuchsbandwurm, prophylaktische Maßnahmen und Verhaltenstipps). Um Zeckenbefall, Insektenstiche und Schürfwunden einzuschränken, wird den Eltern dringend empfohlen, ihren Kindern auch im Sommer langärmlige – wenn auch dünne – Oberbekleidung und lange Hosen, die in die Socken gesteckt werden, anzuziehen. Auch sind Stoffmützen mit Nackenschutz empfehlenswert. Eine Wasserkanne zum Händewaschen vor dem Frühstück zur Infektionsvermeidung wird auf dem Bollerwagen mitgeführt. Die Unfallgefahr ist im Waldkindergarten erfahrungsgemäß eher geringer als in Regelkindergärten.

Elternarbeit

Um den Kindern den Übergang in ihren neuen Lebensabschnitt zu erleichtern, kann ein Elternteil sein Kind bei Bedarf in den ersten Tagen begleiten. Vor der Entscheidung, ein Kind in den Waldkindergarten anzumelden, können Besuchs- bzw. Probetage mit uns vereinbart werden. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, Einzelgespräche oder Hausbesuche mit dem pädagogischen Team zu vereinbaren. Darüber hinaus unterstützen die Eltern unsere Arbeit durch verschiedene Aufgaben, z.B. bei der Gestaltung des Geländes, Säuberungen und Reparaturen, Vorstandsarbeit, Vertretung im Wald….

Bekleidung und was für den Aufenthalt im Wald gebraucht wird

Wichtig für die Kinder ist eine jahreszeitgemäße und witterungsangepasste Waldbekleidung! In den Sommermonaten sollten alle Kinder einen Sonnenhut oder eine Sonnenmütze tragen. Die Kleidung sollte leicht und bequem sein, dünne lange Hosen und langärmlige Shirts sind ratsam, denn von Frühjahr bis Herbst ist Zeckenzeit, auch ist es im Wald immer kühler als in der Sonne. Festes Schuhwerk benötigen die Kinder jeden Tag. Bei Regen sind Buddelhosen ohne Träger, Regenjacken und Gummistiefel erforderlich. Bewährt hat sich der „Südwester“. Dieser Regenhut hat einen ausladenden Rand, der bei starkem Regen als „Regenrinne“ das Wasser aus dem Gesicht fern hält. Im Winter bei Regen haben sich gefütterte Gummistiefel mit Einlegesohlen aus Schafwolle und dicken Wollsocken bewährt, aber auch „wasserdichte“ Stiefel sind geeignet. Sie halten jedoch Pfützen nicht stand. Wenn es kalt ist, ist der sogenannte ‚Zwiebel- Look‘ am geeignetsten, d.h. mehrere Schichten Kleidung übereinander, die je nach Temperatur ausgezogen werden können. Dünne Jacken mit viel darunter, möglichst mit ärmelloser Weste, sind ideal.

Was bringen die Kinder in den Wald mit?

Jedes Kind trägt einen kleinen Rucksack. Der sollte nicht zu groß und nicht zu klein sein und muss gut sitzen. Ein Stück ISO-Matte dient beim Frühstück als Sitzunterlage. Im Rucksack befinden sich zudem noch ein kleines Handtuch, Frühstücksdose und eine Kinder-Thermosflasche mit Becher. Frühstück, bestehend aus vollwertigem Brot und Rohkost, einschließlich eines ungesüßten Getränkes in der Thermosflasche, bringen die Kinder von zu Hause mit.

Kosten der Kinderbetreuung

Die Beiträge für die Kinderbetreuung sind einkommensabhängig und werden von der Stadt Detmold erhoben. Die erforderliche Mitgliedschaft im Verein beträgt jährlich 30 €.

Ausblick

Die Veränderung unserer Umwelt in den letzten Jahrzehnten -gerade in den Städten – schafft Rahmenbedingungen, die unsere Kinder zu „kleinen Erwachsenen“ macht, die einen Computer wie selbstverständlich handhaben. Jedoch bleibt dabei das Verständnis für natürliche Zusammenhänge und die sinnliche Erfahrung der Umwelt auf der Strecke. Nicht nur zugunsten unserer Kinder, sondern auch für eine positive Entwicklung unserer Gesellschaft sollte dem entgegengewirkt werden. Deshalb ist eine Vernetzung mit ähnlichen Einrichtungen in der Stadt geplant. Angesichts der Bemühungen vieler Kindergärten u.a. Institutionen, mehr Natur in den Alltag der Kinder zu bringen, ist aber auch eine Zusammenarbeit mit Regeleinrichtungen auf jeden Fall sinnvoll, um diese Entwicklung zu unterstützen. Da sich auch im pädagogischen Bereich Entwicklungen oft in Pendelschlägen vollziehen, ist es durchaus möglich, dass „Waldkindergärten“, „Waldtage“ in Regeleinrichtungen und ähnliche Variationen zum Trend werden. Dabei muss im Sinne einer positiven Festigung solcher Maßnahmen auf ihre Qualität geachtet werden. Der Natur- oder Waldkindergarten ist deshalb für Eltern, Kinder und Erzieherinnen eine Herausforderung, die sich lohnt, und die über den eigenen Nutzen hinausgeht. Auch dies gilt es, in den Eltern der Einrichtung zu verankern. Darüber hinaus ist eine Vernetzung gleicher oder ähnlicher Einrichtungen auf Bundes- und Landesebene sinnvoll und nützlich, um durch verstärkten Erfahrungsaustausch eine Qualitätssicherung zu erreichen und die Projektidee zu vertiefen und auszubauen. Schließlich muss das Berufsbild des/der Waldkindergartenpädagogin definiert und im Ausbildungswesen so verankert werden, dass auch hier eine fachliche Qualifizierung nach anerkannten Standards möglich ist. Ausbildungsstätten für ErzieherInnen und FHs für den Studiengang „Pädagogik der Kindheit“ bieten wir gerne Möglichkeiten für praktisches Lernen an. Gleichzeitig möchten wir an einem engen Kontakt zu Regeleinrichtungen arbeiten, damit einerseits „Inselbildung“ vermieden und andererseits die Idee der naturnahen Pädagogik vermittelt wird. Wir hoffen, dass die Verwirklichung des Projektes auch anderen Mut gibt, neue, ungewöhnliche Wege zu gehen.

Bei Interesse können Sie HIER* unser Konzept downloaden.